Standort-Ranking: Österreich auf Platz 21

09.10.2019

Verbesserung bei Rangliste des World Economic Forum (WEF)

Im neuen Standort-Ranking des World Economic Forum (WEF) punktet Österreich mit makroökonomischer Stabilität, guter Infrastruktur, zuverlässigen öffentlichen Institutionen sowie der Innovationsleistung. Am weitesten zurück liegt es bei der Nutzung digitaler Netze, der Unternehmensfinanzierung sowie der allgemeinen Unternehmensdynamik.

Österreich ist in der Reihung der wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsstandorte um einen Rang auf den 21. Platz vorgerückt. Es profitiert dabei von hoher makroökonomischer Stabilität, die in einer günstigen Budgetentwicklung sowie niedrigen Inflationsraten zum Ausdruck kommt. Gute Werte erzielt Österreich zudem in der Qualität traditioneller Infrastrukturen wie Straßen, Eisenbahnen, Elektrizität oder die Wasserversorgung sowie bei der Rechtssicherheit, z. B. beim Schutz geistiger und anderer Eigentumsrechte oder der Unabhängigkeit der Justiz.

Negativ wirken auf das Gesamtergebnis z. B. die hohe Belastung durch öffentliche Regulierungen, die beschränkte Anzahl von Flugverbindungen, die geringe Nutzung leistungsstarker Breitbandnetze oder die hohen Steuern und Abgaben auf Arbeit.

Die österreichischen Führungskräfte beklagen zudem die mangelhafte Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, insbesondere auch solcher mit digitalen Fertigkeiten. Mangelnde Mobilität innerhalb Österreichs sowie Beschränkungen beim Einsatz ausländischer Arbeitskräfte verstärken den Fachkräftemangel.

Unterdurchschnittlich sind auch die Indikatoren zur Unternehmensfinanzierung, wo z. B. die geringe Börsenkapitalisierung und der Mangel an Risikokapital negativ bewertet werden. Bemängelt werden weiters die geringe Bereitschaft zu unternehmerischen Risiko oder die Dauer der Gründung eines neuen Unternehmens.

Das WIFO ist Partner des WEF. Das Ranking beruht auf 103 Indikatoren, von denen "harte" statistische Daten für 70% der Gesamtbewertung verantwortlich sind. 30% beruhen auf den Einschätzungen von rund 13.000 Führungskräften weltweit. In Österreich haben 167 Führungskräfte an der vom WIFO durchgeführten Befragung teilgenommen.

Die neu eingerichtete WIFO-Themenplattform "Wettbewerbsfähigkeit" bündelt die Forschung am Institut zu relevanten Fragestellungen. Unter folgendem Link bietet die Themenplattform Zugang zu relevanten WIFO-Publikationen sowie den jeweiligen Experten und Expertinnen: https://www.wifo.ac.at/themen/wettbewerbsfaehigkeit.

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Priv.-Doz. Mag. Dr. Michael Peneder

Forschungsbereiche: Industrieökonomie, Innovation und internationaler Wettbewerb
© Kaloyan Draganov/Unsplash
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