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Steuerreform 2022/2024 – Sektorale Effekte (Tax Reform 2022-2024 – Sectoral Effects)
WIFO-Monatsberichte, 2022, 95(1), S.41-54
Online seit: 07.02.2022 0:00
 
Der vorliegende Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer Ex-ante-Schätzung der langfristigen Auswirkungen der Steuerreform 2022/2024. Der Fokus liegt auf den Wirkungen auf Branchenebene. Ausgangspunkt der Schätzung ist ein Reformumfang im Vollausbau (ab 2025) von 5,6 Mrd. € pro Jahr. Er ergibt sich aus einer Senkung der Abgaben für Unternehmen und private Haushalte um 7,3 Mrd. € p. a. (einschließlich Klimabonus), der jährlich 1,7 Mrd. € an Mehreinnahmen aus der CO2-Bepreisung gegenüberstehen. Die langfristigen Schätzungen mit dem globalen Input-Output-Modell ADAGIO ergeben eine expansive Wirkung der Reform im Ausmaß von rund 0,8% des BIP; die Beschäftigung ist langfristig um 0,6% höher als im Basisszenario ohne Steuerreform. Die Struktur der Reform impliziert für energieintensive Sektoren einen Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und an Produktionswert. Dienstleistungen, insbesondere konsumnahe Branchen, profitieren dagegen tendenziell von der Steuerreform. Einer der Hauptgründe für diese sektoral unterschiedlichen Effekte ist die Einführung der CO2-Bepreisung für bisher nicht vom EU-ETS erfasste Sektoren (Preis ab 2025: 55 € je t CO2). Diese führt gemäß der Modellschätzung zu einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen CO2-Emissionen um knapp 5% – dies ist zwar eine spürbare Reduktion, leistet jedoch nur einen moderaten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.
JEL-Codes:C67, E27, H20, Q51, Q58
Keywords:Steuerreform 2022/2024, sektorale Effekte, öffentliche Haushalte, Österreich, Input-Output-Modellsimulationen
Forschungsbereich:Strukturwandel und Regionalentwicklung – Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Sprache:Deutsch

Tax Reform 2022-2024 – Sectoral Effects
This paper presents an ex-ante estimate of the long-term effects of the 2022-2024 tax reform, focusing on the effects at the industry level. The starting point for the estimates is an average annual reform volume of 5.6 billion € until 2026. This results from additional revenue from the CO2 pricing of 1.7 billion € and a reduction in taxes for companies and households totaling 7.3 billion € (including lump-sum "climate bonus" payments to households). Estimates using the global input-output model ADAGIO show an expansionary effect of the reform of around 0.8 percent of GDP; employment is 0.6 percent higher in the long term than in the baseline scenario. The structure of the tax reform implies a worsening of the competitive position and hence a reduction in the production value of energy-intensive sectors, while services, especially consumer-related industries, can record relative gains. One of the main reasons for these sectoral differences is the introduction of a CO2 price for sectors not covered by the EU ETS that will amount to 55 € per t by 2025. According to the model estimate, this leads to a decrease in total CO2 emissions of around 5 percent – a noticeable decrease, but nevertheless only a moderate contribution to the achievement of Austria's climate targets.

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