Wöchentlicher WIFO-Wirtschaftsindex

Der Wöchentliche WIFO-Wirtschaftsindex (WWWI) ist ein Maß für die realwirtschaftliche Aktivität der österreichischen Volkswirtschaft auf wöchentlicher Basis. Er beruht auf wöchentlichen, monatlichen und vierteljährlichen Indikatoren. Der Index ist auf die Werte der Veränderungsraten des BIP gegenüber einer entsprechenden Referenzperiode skaliert. Der WWWI wird 14-tägig auf der Website des WIFO veröffentlicht.

Ab dem 6. April 2021 wird die geschätzte prozentuelle Veränderung der saisonbereinigten realen gesamtwirtschaftlichen Aktivität in einer Kalenderwoche in zwei Varianten dargestellt: Erstens wie bisher als Veränderung gegenüber der Vorjahreswoche und zweitens als Vergleich zu einem durchschnittlichen Wochenwert im Jahr 2019 (fixe Referenzperiode). Diese erweiterte Darstellung soll die Einordnung der Ergebnisse unterstützen. Ab der Kalenderwoche 11 2021, 15. bis 21 März 2021, liegen für den Vorjahresvergleich beide Vergleichswerte in der pandemiebedingten Krisenperiode. Da der wirtschaftliche Einbruch durch die COVID-19-Pandemie und die strikten behördlichen Restriktionen zu deren Eindämmung im Jahresverlauf 2020 in der ersten Lockdown-Periode, ab 16. März 2020, am stärksten ausfiel und folglich das Vergleichsniveau sehr niedrig ist, ist der prozentuelle Anstieg nach einem Jahr negativer Vorjahresveränderungsraten im Vorjahresvergleich außerordentlich kräftig. Die Berechnung gegenüber einer fixen Referenzperiode 2019 lässt einen Vergleich des aktuellen BIP-Niveaus mit dem Vorkrisenniveau zu.

 

Aktueller Index

Veröffentlichung vom 14. 9. 2021

Die Dynamik der wöchentlichen wirtschaftlichen Aktivität gemäß WWWI schwächte sich in den Kalenderwochen 34 und 35 (23. August bis 5. September 2021) etwas ab. Nach vorläufiger Berechnung lag das BIP um 1,4% (Kalenderwoche 34) bzw. 1,1% (Kalenderwoche 35) über dem Vorkrisenniveau, einer Durchschnittswoche im Jahr 2019 als fixe Referenzperiode. Im Vergleich zur selben Kalenderwoche im Vorjahr war das BIP um 4,7% bzw. 3,5% höher.

In der jüngsten WWWI-Berechnung wurden die Revision der VGR-Quartalsrechnung für den Zeitraum I. Quartal 2020 bis I. Quartal 2021 sowie die Erstrechnung durch Statistik Austria für das II. Quartal 2021 sowie die zuletzt veröffentlichten Monatsstatistiken für die Gästenächtigungen, Einzelhandelsumsätze und Produktionsindizes für die Industrie und die Bauwirtschaft für den Juli 2021 berücksichtigt. Gemeinsam mit der durch den vergrößerten Stichprobenumfang notwendigen Spezifikationsprüfung und der Neuschätzung des Nowcasting-Modells, ging damit die bisher umfassendste Revision des WWWI für das BIP und seiner Teilkomponenten einher. Der WWWI und seine Teilaggregate wurden für den Zeitraum 1. Kalenderwoche 2020 bis 34. Kalenderwoche 2021 neuberechnet. Die zuletzt am 31. August für die Kalenderwochen 32 und 33 veröffentlichte Schätzung für den wöchentlichen BIP-Zuwachs im Vergleich zur Referenzperiode 2019 fielen durch die Revision nun um 0,4 bzw. 0,3 Prozentpunkte höher aus.

Die Bestimmungsfaktoren des WWWI zeichnen für die Kalenderwochen 34 und 35 zwar weiterhin ein günstiges Bild, die Dynamik der Expansion hat sich aber etwas abgeschwächt. Die Umsätze mit bargeldlosen Bezahlkarten lagen in Summe leicht unter dem Niveau der Vorwochen. Das Passagieraufkommen auf dem Flughafen Wien nahm weiter zu, zuletzt auch wieder die Mobilität gemäß Google-Mobilitätsindikatoren. Für die Industrie zeigte sich am aktuellen Rand eine Stabilisierung, insbesondere der Energieverbrauch in den Nachtstunden wurde wieder ausgeweitet. Die Transportindikatoren im österreichischen Güterverkehr wiesen, mit Ausnahme des Transportes auf Schiene, eine (leichte) Steigerung auf. Vom Arbeitsmarkt kamen im Vorwochenvergleich etwas gemischte Signale. Nichtsdestotrotz zeigen sich im Vergleich zu den Vorjahreswochen nach wie vor kräftige Rückgänge in der Arbeitslosigkeit. Die Zahl offener Stellen liegt ebenfalls auf äußerst hohem Niveau.

Mit dem Beginn der Feriensaison ab der Kalenderwoche 26 zeigte sich eine weitere Zunahme der privaten Konsumausgaben, sie überschritten erstmals wieder das Vorkrisenniveau. In den Kalenderwochen 34 und 35 schwächte sich der private Konsum allerdings leicht ab. Mit dem Überschreiten des Höhepunktes der Sommerhauptsaison in der Kalenderwoche 33 verloren auch die Reiseverkehrsexporte und -importe am aktuellen Rand an Dynamik, der Nettobeitrag zum BIP ist aber, wie im vergangenen Sommer, noch positiv. Jener des Außenhandels mit Waren beträgt am aktuellen Rand –0,3 Prozentpunkte.

Entstehungsseitig zeigen sich in Bezug auf das Vorkrisenniveau weiter leichte Zuwächse in der Wertschöpfung. In der Güterproduktion und der Bauwirtschaft ließ die Dynamik jedoch weiter nach. Gemäß WIFO-Konjunkturtest sind hier vor allem Produktionshemmnisse in den Bereichen Material und Kapazität sowie Arbeitskräfte wichtige Gründe.

   

 

Der WWWI befindet sich in ständiger Bearbeitung; er wird laufend überprüft und nach Verfügbarkeit mit neuen und zusätzlichen wöchentlichen Datenreihen erweitert. Der WWWI ist keine offizielle Quartalsschätzung, Prognose o. Ä. des WIFO.
 

 

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